Bairisches Wörterbuch:Fensterstock - Fensterrahmen

Bairisch - Deutsch

Bairisches Wörterbuch der Dialekte


Fensterstock


Fensterrahmen


Kommentare zu diesem Wort:

heri trifft´s auf den Kopf
und meli irrt (Zitat meli: "... Der Fensterstock bzw. der Fensterrahmen nimmt die Verglasung auf, beides zusammen ergibt den Fensterflügel. ...").

Umgekehrt müsste es heissen: Der Fensterflügel oder -rahmen nimmt die Verglasung auf, dieser wieder sitzt im Fensterstock.

Das ist so:
Der Fensterstock ist der Teil der Fensterkonstruktion, der im Mauerwerk verankert ist, während der Flügel den beweglichen Teil darstellt, und der Fensterrahmen ist in Ö der Flügel.

Speziell im Wien der (vorletzten) Jahrhundertwende waren zwei Fenstertockkonstruktionen sehr weit verbreitet: der Rahmenpfostenstock und der Leistenpfostenstock.

Dazu sei erwähnt, dass vor allem in Deutschland statt Stöcken Zargen verwendet werden.

Die ursprünglich hier befindliche ausführliche Erläuterung der klassischen österreichischen Fensterkonstruktionen habe ich auf Bitte Brezis verfasst. Da sie nicht verstanden wird und nur zu Konfusion führt, nehme ich sie wieder heraus. JoDo



Ist nicht der Rahmen der Teil des Fensterflügels, der die Glasscheibe umschließt?









Na dann habe ich mich geirrt
Ich dachte, Fensterstock sei das, was (bei geschlossenem Flügel) diesen umschließt, und der Rahmen eben das, was ihr und ich oben beschrieben habt ("Verglasung aufnehmen" ist natürlich korrekter). Wenn dem nicht so ist, kann ich ja schon einmal eine Beurteilung abgeben. Ich hoffe, ihr findet das nicht pingelig, aber ich frage lieber drei Mal, bevor ich etwas falsch beurteile, roger? Das Lächeln geht natürlich zurück.



Ich mach mich ein bissl wichtig:
Der Fensterstock ist jener Teil, der den Fensterflügel (also Rahmen mit der Glasscheibe) umschließt. Damit das Ganze dann auch hält ist der Stock mit dem umgebenden Mauerwerk verbunden.



HOLZFENSTER
Riccabona, Christof - Baukonstruktionslehre 2 - Ausbauarbeiten
SB-Nr.: 3938 ISBN: 978-3-7068-2090-5
ab Seite 357-358 und 375
"Historische Konstruktionen:
Das Pfostenstockfenster, Das Rahmenstockfenster, Das Leistenpfostenfenster



Na wenn ich so viel Rückendeckung von einem Profi bekomme,
kann ich ja nächste Nacht wieder besser schlafen. Komisch, dass ich bei "Architekt" nie auch an Fenster gedacht habe. Aber das ist ja das schöne an offenen Diskussionen. Man weiß bis zum Schluss nicht, wie sie ausgehen. Dank in alle Richtungen. Ich weiß auf jeden Fall jetzt mehr als vorher und werde beim nächsten Öffnen des einzigen Fensters meiner Wohnung (habe sonst nur eine Balkontüre [wohne nämlich auf 27 Quadratmetern]) andächtiger als sonst alle Einzelteile betrachten. Dazu muss ich aber mein ganzes Küchenkramuri erst vom Fensterbankl runterräumen, sonst lässt sich das Fenster nur kippen - seufz.








In D unterscheidet man Blendrahmen und Flügelrahmen:
In Ö Fensterstock und Fensterflügel
Zitat:
"Blendrahmen (door and window frames)
Definition: Begriff aus den Bereichen Tür- und Fensterbau.
Im Fensterbau: Äußerer Teil eines Fensterrahmens, in dem ein oder mehrere Flügelrahmen angeschlagen sind (Anschlagarten).
Der Blendrahmen trägt den Fensterflügel und dient der Befestigung des Fensters am Baukörper." Zitat Ende
http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/TLex/Lemmata/L0/L76.htm



Übrigens:
Wir reden hier nicht über Browserfenster ...



Was es in D noch alles gibt:
Der Begriff "Blockrahmen" ist nicht nach DIN definiert, daher werden Zargen in dieser Bauweise je nach Region unterschiedlich bezeichnet (Blockzarge, Stockrahmen, Stockzarge, Blendrahmen......)
http://www.additio.de/wtkwd/index.html?page=./details/blockrahmen/grundsaetzliches.htm



hmm
also ich als neuling finde das ja echt lustig, wie man aus einem einfachen wort wie fensterstock so ein riesen ding draus macht. habe noch keinen einzigen österreicher getroffen der net fensterstock, sondern blockrahmen sagt. blockrahmen nehm ich mal an sagt man vermutlich in den "insider" kreisen, aber als otto normal verbaucher gehe ich in einen baumarkt und sage zum verkäufer: hello, i brauch bittschen an fensterstock. habe selber einmal türen,fenster und zargen verkauft, und weiss das österreicher fensterstock sagen. nichts für ungut.... lg.



@blackrose:
In D wie Deutschland ist es so, nicht bei uns! Der "Hund" in der Übersetzung ist der, dass Rahmen - in Deutschland, wohlgemerkt! - sowohl für den Stock als auch für den Flügel verwendet werden kann. Rahmen ist sozusagen dreierlei: Der Flügelrahmen, der Außenrahmen, oder einfach das ganze Fenster. Deswegen das Trara. Aber Ordnung muss sein.



Der Fensterstock
ist der mit dem Mauerwerk fest verbundene Teil eines Fensters,der Fensterrahmen jener Teil eines Fensters,
der die Glasscheibe umrahmt und in den Fensterstock eingefügt ist!

Im Kommentar vom 2007-06-08 20:04:14 schreibt Meli selbst vom Türstock und widerlegt damit ihren Eintrag selbst:
Was für den Türstock das Türblatt ist, ist für den Fensterstock der Fensterflügel! In Deutschland sagt man statt
Tür-, FensterStock Tür-, FensterZarge.

Somit ist der Eintrag falsch und hat im Buch daher nichts verloren!



Erstaunlich, wenn ich mir die Bewertungen so anschau..
soooviele sollten sich irren? z-z-z
MMn ist der Eintrag korrekt und zurecht im Buch drinnen.

Dankscheen



@dankscheen
Wie´s in Deutschland ist, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, in Österreich
jedenfalls sind Türstock und Türrahmen zwei verschiedene Paar Schuhe, den
Unterschied habe ich - hoffentlich - deutlich dargelegt! Auch in etlichen Kom-
mentaren sind andere user meiner Meinung.

Bei der Gelegenheit ersuche ich, das Zitat bei Graz richtig zu stellen, ein Aus-
wärtiger könnte sonst meinen, die Festung auf dem Grazer Schloßberg hieß
einst wirklich Gradec (Die Grazer Burg liegt übrigens unterhalb des Schloßbergs!)!



Vielleicht wiederhole ich mich, aber
manches muss man einfach öfter unter die Leut bringen.
Folgendes: Ein Tür- respektive Fensterstock ist in Deutschland weitgehend unbekannt. Deswegen, weil dort andere Technologien verwendet wurden (früher hauptsächlich, heute ist ja das alles schon international normiert - macht nichts, die Bezeichnungen bleiben), und zwar die Zargen- bzw. Rahmen- bzw. Blockbauweise für das, was bei uns einfach ´Stock´ genannt wird.
Andererseits wird in D der Begriff ´Rahmen´ nicht nur für den Flügel beim Fenster bzw. Blatt bei der Tür verwendet, sondern eben auch für den Stock (Ö). Deswegen gibt es in D dann auch die Differenzierung Außenrahmen, Flügelrahmen, ...
freilich ist das verwirrend, aber - da müss´ma durch.



Da hast Recht, JoDo,
da müß´ma durch!

Ich möcht´nur nicht, daß in Österreich die durchaus unterschiedlichen Begriffe Stock und Rahmen
hier und bei der Türe vermengt werden, es wird ja - wie die Kommentare zeigen - durchaus noch
differenziert.



Weitere Wörter:


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(Wichtigtuer)
   



Als Bairisch fasst man einen Dialektverbund nichtstandardisierter Dialekte im Südosten des oberdeutschen Sprachgebietes zusammen, die zum deutschen Sprachraum gezählt werden. Die bairischen Mundarten werden im Osten des oberdeutschen Sprachraums gesprochen – man bezeichnet sie daher auch als Ostoberdeutsch.

Innerhalb des Bairischen wird zwischen Nordbairisch, Mittelbairisch und Südbairisch unterschieden.

Der bairische Sprachraum umfasst im Freistaat Bayern die Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz, das Staatsgebiet Österreichs mit Ausnahme Vorarlbergs, ferner Südtirol, die zimbrischen und karnischen Sprachinseln in Oberitalien und das südliche Vogtland im Freistaat Sachsen.

In der Sprachwissenschaft wird die Schreibweise Bairisch verwendet und bairisches Sprachgebiet. Im Unterschied dazu bezeichnet das Wort Bayerisch keine Sprachdialekte, sondern bezieht sich ausschließlich auf ein politisches Territorium, den Freistaat Bayern. Die unterschiedlichen Schreibweisen wurden eingeführt, weil einerseits in Bayern außer den bairischen (in Altbayern) auch fränkische und schwäbisch-alemannische Dialekte gesprochen werden, andererseits die bairischen Dialekte sich nicht auf Bayern beschränken, sondern auch in Österreich, Südtirol und in einigen isolierten Sprachinseln der oberitalienischen Provinz Trentino sowie der Ostschweiz gesprochen werden.

Das Bairische verbreitete sich im Zuge von Wanderungsbewegungen der Menschen über das heutige Südbayern östlich des Lechs hinaus und im Laufe des Mittelalters über das heutige Österreich östlich des Arlbergs, Südtirols und einigen Gebieten in Westungarn (heutiges Burgenland), Italiens, sowie Teile des heutigen Sloweniens und Tschechiens. In dieser Zeit vermischten sich auch Teile des Bairischen (im heutigen Süd- und Ostösterreich) mit slawischen und rätoromanischen Sprachelementen. Anschaulich wird dies bei bestimmten Ortsnamen und in einigen Dialektausdrücken.

Mit mehr als 13 Millionen Sprechern bildet das Bairische das größte zusammenhängende Dialektgebiet im deutschen Sprachraum. [Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Bairische_Dialekte]

Die Wörter aus diesem Wörterbuch kommen aus einer Wortsammlung von www.ostarrichi.org und dort besteht auch die Möglichkeit selbst Wörterbucheinträge zu erstellen.


[2017-09-20 00:26:39]